Burgen + Schloss

Burg auf dem „Großen Vogelfels“

Hoch über dem sog. „Langen Tal“ trohnt der Vogelfelsen. Heute ein geschützter Ort, auf dem sich die Flora und Fauna wohlfühlt.

Südwestlich vom heutigen „Tierberghof“ gelegen, mag man die dort vermutete Wohnstätte kaum als Burg bezeichnen. Schon allein anhand der Größe des Felsens sieht man, dass es sich hierbei nur um ein kleineres Gebäude gehandelt haben kann.

Entsprechende Funde auf dem Vogelfelsen belegen ein kühnes Felsennest. Auch die zur Verteidigung angelegten Halsgräben sind noch gut ersichtlich. Dort gefundene Hufnägel beweisen die an einem Adelssitz selbstverständliche Pferdehaltung.

Vom Autor im Februar 1990 dort gefundene Mörtelbrocken zeigen, dass es auch ein festes Haus in Steinbauweise gab. 
Burg Altentierberg

Im Jahre 1927 wurden durch den Kirchenmaler und Burgenforscher Albert Koch die Reste der Burg Altenthierberg ergraben.

Die kleine, aller Wahrscheinlichkeit nach turmlose Anlage befand sich auf einem von der Hochfläche durch einen breiten Graben abgetrennten Sporn. Die Größe dürfte etwa einem heutigen Zweifamilienhaus entsprechen. Der dazugehörige Wirtschaftshof befand sich auf dem dahinterliegenden Plateau, weit vor dem jetzigen Hof .

Ebenso wird dort die Burgkapelle, die dem Heiligen St. Wolfgang geweiht war, vermutet. Als diese im 30-jährigen Krieg, bereits nach dem Verfall der Burg, renoviert wurde, weihte sie Pfr. Ulrich Rettich erneut, das Patrozinium blieb allerdings, entgegen anderen Quellen, beim hl. Wolfgang.

Aus dem Jahre 1337 existiert noch ein Ablassbrief im Staatsarchiv Sigmaringen, der ebenfalls auf diese Kapelle verweist. Er wurde in Avignon ausgestellt, wo sich seit Beginn des 14 Jahrhundert der Papstsitz befand. Man hatte ihn aufgrund unruhiger Verhältnisse in Rom nach Frankreich verlegt. Zur Zeit der Ablassurkunde war es Papst Benedikt XII der dort residierte.

Letztmals wird die Kapelle in den Visitationsprotokollen 1656 erwähnt, also nach dem dreißigjährigen Krieg. In den Protokollen wurden die Kriegsschäden aufgeführt und dort heißt es unter anderem: „Capella St. Wolfgang“.

Man darf annehmen, dass die Kriegsschäden nicht mehr ausgebessert wurden und die Kapelle danach ebenso wie die Burganlage den Weg des Irdischen ging und der Vergänglichkeit anheim gegeben wurde.
Burg Neuen-Tierberg

Die größte, aber auch die unbekannteste Burg derer „von Tierberg“ befand sich unzweifelhaft am Hang unterhalb des Heersberges. Man kann heute noch gut deren Reste erkennen. Es handelte sich um einen großen Steinbau, wahrscheinlich mit Bergfried. Allerdings ist uns der Name der Anlage nicht erhalten geblieben. Auch die Bewohner sind uns nicht bekannt, da keinerlei Urkunden existieren. Lediglich in einer Urkunde von 1362 taucht der Name „Neuentierberg“ auf. Wegen der zeitlichen Ungereimtheiten kann aber auch er kaum auf die Anlage am Heersberg in Anspruch genommen werden. Wie ein Kranz legten sich die genannten Burgen um die Ortschaften Lautlingen und Margrethausen. Ein perfekter Verteidigungsring für eine kleine Herrschaft.